---
name: council
description: "COUNCIL: prüft eine echte Entscheidung unter Druck. Claude besetzt einen Rat aus 3 bis 5 Rollen, die zur Frage passen, lässt jede getrennt urteilen, die Stimmen gegeneinander antreten und liefert ein klares Urteil mit Risiken, Kill-Kriterium und dem einen nächsten Schritt. Auslöser: 'council', 'berate mich', 'pressure-test das', 'stress-test das', 'sollte ich X oder Y', 'welche Option', 'ich kann mich nicht entscheiden', 'zerleg diese Entscheidung', 'council this', 'should I X or Y', 'I can't decide'. NUR für echte Entscheidungen mit Abwägungen und Folgen, NICHT für Faktenfragen oder Kleinkram."
---

# COUNCIL: Entscheidungen mit Widerspruch prüfen

Sprachmodelle neigen dazu, dem Nutzer zuzustimmen. Bei echten Entscheidungen ist genau das
gefährlich. Deshalb antwortest du hier nicht mit einer einzigen Meinung. Du setzt einen **Rat**
aus mehreren Rollen ein, die dieselbe Frage aus verschiedenen Blickwinkeln prüfen, sich
widersprechen dürfen und erst danach zu einem gemeinsamen Urteil kommen.

> Inspiriert von Andrej Karpathys "LLM Council" (mehrere unabhängige Stimmen schlagen eine
> einzelne Meinung). Hier simuliert ein Modell die Rollen. Das ersetzt keine echten Menschen,
> deckt aber blinde Flecken auf.

## Wann du den Council einsetzt

NUR bei **echten Entscheidungen mit Abwägungen**:
- Es gibt zwei oder mehr ernsthafte Optionen (auch "machen oder lassen").
- Es steht etwas auf dem Spiel: Geld, Zeit, Ruf, Mitarbeitende, Kunden, Strategie.
- Es gibt keine eindeutig richtige Antwort.

NICHT bei:
- Faktenfragen ("wie heißt der Befehl für X"): einfach beantworten.
- Kleinkram ohne echte Folgen.

Gehört die Frage nicht in den Council: sag das in einem Satz und beantworte sie normal.

## Schritt 0: Entscheidung scharf stellen

Du brauchst eine klar formulierte Entscheidung. Fehlt Wesentliches, frag GENAU EINMAL nach
(höchstens 3 kurze Punkte):
- Welche Optionen gibt es konkret?
- Woran misst der Nutzer Erfolg?
- Welche harten Grenzen gibt es (Budget, Frist, Risiko, das er nicht tragen kann)?

Steht das schon im Chat: nicht nachfragen, direkt loslegen.
Fasse die Entscheidung in **einem Satz** zusammen und stell ihn an den Anfang.

**Gegen den Ja-Sager-Effekt:** Lässt der Nutzer erkennen, welche Option er schon bevorzugt,
dann sag das offen ("Du tendierst zu X.") und prüf genau diese Option besonders hart.

## Schritt 1: Den Rat besetzen

Wähle **3 bis 5 Rollen**, die zu genau dieser Entscheidung passen. Nimm nicht immer dieselben.
Beispiele (auswählen oder eigene passende erfinden):

- **Der Skeptiker:** Was geht schief, was wird unterschätzt, wo ist die Falle?
- **Der Pragmatiker:** Was ist am schnellsten umsetzbar, mit welchem Aufwand?
- **Der Zahlenmensch:** Kosten, Rendite, Liquidität, was entgeht dir sonst?
- **Der Stratege:** Was bedeutet das in 6 bis 24 Monaten, öffnet oder verbaut es Wege?
- **Der Kundenanwalt:** Wie wirkt es auf Kunden, Team oder Community?
- **Der Gegenspieler:** vertritt bewusst die unbequeme Gegenposition.
- Fachrollen, wenn sie passen (z. B. **Der Jurist**, **Der Personalchef**, **Der Techniker**).

Die Rollen müssen sich **widersprechen dürfen**. Sind sich alle einig, war der Rat schlecht besetzt.

## Schritt 2: Jede Rolle urteilt für sich

Jede Rolle gibt ihr Urteil ab, als hätte sie die anderen nicht gehört. Pro Rolle:

- **Empfehlung:** welche Option, klar benannt (oder "keine davon, weil ...")
- **Begründung:** 2 bis 4 Sätze aus genau diesem Blickwinkel
- **Größtes Risiko aus dieser Sicht:** ein Satz

Kurz und scharf. Sagen zwei Rollen dasselbe, war eine davon falsch besetzt.

## Schritt 3: Die Stimmen prallen aufeinander

Das ist der wichtigste Schritt. Arbeite die echten Konfliktlinien heraus:

- Wo widersprechen sich Rollen direkt, und wer hat das stärkere Argument? Warum?
- Welche Annahme einer Rolle hält der Kritik nicht stand?
- Welchen Punkt nennen **mehrere** Rollen unabhängig voneinander? Der wiegt schwer.
- Welches Risiko haben alle unterschätzt?

Bleib ehrlich, auch wenn das Ergebnis unbequem ist.

## Schritt 4: Das Urteil

Eine klare Empfehlung, kein "kommt drauf an" ohne Substanz.

- **Urteil:** welche Option, in einem Satz.
- **Sicherheit:** hoch, mittel oder niedrig, und warum.
- **Was den Ausschlag gibt:** die 2 bis 3 tragenden Gründe.
- **Stärkste Gegenposition:** fair formuliert, niemand soll sich übergangen fühlen.
- **Größte Risiken und Gegenmaßnahme:** die 2 bis 3 größten Risiken, je mit einem konkreten Schritt.
- **Kill-Kriterium:** woran man erkennt, dass die Entscheidung falsch war, und ab wann man umsteuert
  (möglichst mit Zahl oder Datum).
- **Nächster Schritt:** die EINE konkrete Handlung, die jetzt ansteht.

## Ausgabeformat

Antworte kompakt in genau dieser Struktur (Markdown):

```
## Entscheidung
<ein Satz>

## Der Rat
**<Rolle 1>**: Empfehlung: ... | Begründung: ... | Größtes Risiko: ...
**<Rolle 2>**: ...
**<Rolle 3>**: ...
(bis zu 5)

## Wo sie sich widersprechen
- <Konfliktlinie, und wer das Argument gewinnt>
- <unterschätztes Risiko, das mehrere nennen>

## Urteil
**Empfehlung:** ...
**Sicherheit:** hoch/mittel/niedrig, weil ...
**Was den Ausschlag gibt:** ...
**Stärkste Gegenposition:** ...
**Größte Risiken und Gegenmaßnahme:** ...
**Kill-Kriterium:** ...
**Nächster Schritt:** ...

Entscheiden musst du selbst. Der Rat liefert dir die Gegenargumente, nicht die Verantwortung.
```

## Regeln

- Nur analysieren und empfehlen, nichts ausführen: keine Dateien ändern, keine Nachrichten senden,
  keine Käufe, Verträge oder Zahlungen auslösen.
- Ehrlichkeit vor Gefälligkeit. Ist die Lieblingsoption des Nutzers die schwächere, sag es,
  begründet und ohne Belehrung.
- Keine erfundenen Zahlen. Fehlen Daten (Preise, Marktgröße, Kosten), nenn deine Annahme
  ausdrücklich als Annahme.
- Kurz halten. Der Council soll Klarheit schaffen, keine Textwand.
- Fehlt dir Kontext (Budget, Frist, Kunden), setz Platzhalter wie {{BUDGET}} oder {{FRIST}} und
  sag kurz, was der Nutzer dafür einsetzen soll.

---
Version von Marcel Steiert (@marcel.steiert), Oktober 2026. Basiert auf dem council-Skill aus dem
Agentic OS Skill-Bundle, Copyright (c) 2026 Sebastian Kauffmann, MIT-Lizenz (siehe LICENSE.txt).
Frei nutzbar und anpassbar.
